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Eine Wohnung mit Aussicht - 45 Jahre am Middeweg

Ein bisschen mehr Komfort kann nicht schaden – Dieser Wunsch des Braker Ehepaares Gertrud und Günter Sacher erfüllte sich im Jahr 1966 beim Einzug in das gerade von der Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch erbaute Mehrfamilienhaus am Middeweg 47 . Nach beengten Wohnverhältnissen im ehemaligen Domizil an der Heimstättenstraße erwartete das junge Ehepaar und dessen Tochter nun eine helle und freundliche Wohnung im zweiten Obergeschoss- 67 Quadratmeter – drei Zimmer, Küche und Bad. „In den 60er Jahren war es nicht leicht, eine neue Wohnung zu finden“, erinnern sich die Sachers, „wir hatten auch das Glück, dass anstatt des vorgesehenen Koksofens doch noch eine Heizung installiert wurde und eine richtige Badewanne im Bad hatten wir uns immer gewünscht.“ In allen 45 Jahren am Middeweg haben die 78-jährige Gertrud und der 80-jährige Günter Sacher nie den Wunsch gehabt, einmal auszuziehen. „Wir fühlen uns hier so wohl, weil in unserem Eingang unter den sechs Mietparteien eine freundschaftliche und friedliche Beziehung besteht. Man ist füreinander da, man hilft sich, wenn Not am Mann ist, aber es wird auch eine gewisse Distanz gewahrt“, beschreibt Gertrud Sacher das Erfolgsrezept für eine gut funktionierende Nachbarschaft.

   
Gertrud Sacher hat sich den Frühling ins Haus geholt.

Ein Indiz für den Wohlfühleffekt sind die zahlreichen privaten Investitionen, die das Ehepaar Sacher im Laufe der Jahre selbst leistete: das reichte von neuen Türklinken über das Verlegen von Laminaten, Deckenvertäfelungen bis hin zu kleinen Reparaturen. „Ich bin der Handwerker im Haus,“ schmunzelt Günter Sacher, „und meine Frau ist ein gelehriger Lehrling.“ Als die Wohnungsbaugesellschaft im Haus die Bäder renovieren ließ, konnten die Sachers ebenfalls Einfluss nehmen: „Alles wurde nach unserem Geschmack ausgeführt. Inzwischen fühlen wir uns so, als wäre die Mietwohnung unser Eigentum“. Auch sorgten sie dafür, dass in den frühen Jahren von der Wohnungsbaugesellschaft eine große Sandkiste für die Kinder und ein Schutzzaum gebaut wurden. Die Pflege und das Bepflanzen der Aussenanlagen ist Familie Sacher in allen 45 Jahren eine Herzenssache gewesen, in diesen Tagen kann Gertrud Sacher es kaum abwarten, endlich wieder ein paar Frühjahrsblüher in die Erde zu setzen. Wenn die Brakerin aus dem Fenster schaut, blickt sie auf eine riesige Blutbuche: „Die habe ich in den ersten Jahren als kleinen Setzling gepflanzt.“ Und dann ist da noch der Blick aus dem Wohnzimmerfenster und den möchten Gertrud und Günter Sacher mit keinem tauschen: „Wenn die Weser Hochwasser führt, dann sehen wir sogar die Decksaufbauten der großen Pötte.“

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg

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