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Eine Anlaufstelle für ältere Mieter
Den Mietertreff am Kiebitzring 38 gibt es seit 2007. Kostenloser Hausmeisterservice, JUH-Hausnotrufdienst und Vermittlung von Haushaltshilfen oder Babysitter gehören zum Angebot. „Jetzt erweitern wir unseren Service um einen weiteren, immer wichtiger werdenden Baustein“, sagte Michael Juhr, Geschäftsführer der Wohnungsbau und der Brake Wohnbau, gestern.
Gesellschaft und JUH wollen dem steigenden Beratungsbedarf von Senioren zum Thema Pflege rund um die Wohnung gerecht werden. Denn: In dem Gebiet Kiebitzring und umzu betreut die Wohnungsbau 750 Wohnungen mit fast 2000 Mietern, darunter viele ältere Mieter, die schon seit Jahrzehnten im Ringquartier leben. Daher wurde im Mietertreff zusätzlich eine Anlaufstelle mit Beratungsbüro und Wohn-Café eingerichtet.

Das Betreuungskonzept für das Ringquartier entstand in Kooperation mit der JUH. Diese hat zu Monatsanfang Siine Hamad eingestellt. Die 26-jährige Sozialpädagogin kümmert sich um die Belange von Senioren und berät sie rund um den Alltag. Täglich von 9 bis 12 Uhr sind ihre vorläufigen Ansprechzeiten im Treff im Ring. Siine Hamad gibt zum Beispiel Tipps für seniorengerechte Wohngestaltung, informiert über Pflegestufen, organisiert aber auch Veranstaltung wie zum Beispiel einen Frühstückstreff oder Vorträge zu verschiedenen Themen. „In diesem Viertel leben viele ältere Menschen, und häufig schon sehr lange. Und sie sollen auch so lange wie möglich selbstbestimmt hier wohnen“, sagt die 26-Jährige zu ihren ambulanten Unterstützungsangebot. „Ich bin Ansprechpartnerin für alle alltäglichen Sorgen. Ich bin jemand, der sich kümmert.“
Anschubfinanzierung
Der Einsatz einer Quartiersmanagerin wurde durch die Beantragung einer Anschubfinanzierung beim Kuratorium Deutsche Altenhilfe möglich. „Im Fokus des erweiterten Mietertreffs steht die Arbeit mit und für die alten und älteren Menschen im Quartier“, betonte Michael Juhr. Siine Hamad werde eine intensive Vernetzung mit Institutionen in Brake anstreben, die sich in der Altenhilfe, Sozialarbeit und Erwachsenenbildung engagieren. Denn eine Umsetzung des Quartierskonzepts sei nur in enger Kooperation mit den sozialen Institutionen, Verbänden und Vereinen und Brake möglich, sagte Michael Juhr. Siine Hamad stelle „die Schnittstelle“ dar.
Mit dem Konzept und dem Grundgedanken „ambulant vor stationär“ wende man sich an die Problematik des Wohnens für ältere Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Mit dem Konzept soll die Lebensqualität erhöht werden: „Es entspricht ganz einfach dem Wunsch der älteren Generation, dies im bisher vertrauten sozialen Umfeld, insbesondere in der eigenen Wohnung, erleben zu können“, sagte Michael Juhr.
Das griff auch Bürgermeister Roland Schiefke auf, der sich einen großen Zuspruch für das Projekt wünschte. Die Förderung ist auf zwölf Monate ausgelegt. Sei die Arbeit erfolgreich, werde sie weitergehen, sagte er unter dem Nicken von Michael Juhr.
Roland Schiefke ging auch darauf sein, dass das Quartier rund um den Kiebitzring rund 60 Jahre alt sei, Stadt und Wohnungsbau streben eine Umstrukturierung an, um zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen. Das sei aber nur möglich, wenn es Förderungen von Bund und Land gebe: „Eine Kommune ist damit überfordert.“ Diether Liedtke als Ortsbeauftragter der JUH Stedingen betonte, dass die JUH mit dem Projekt eine gesellschaftliche Entwicklung aufgreife.
Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch, Nordenham

